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Forschungsraum
im Rahmen von "Projekt Migration"
Kölnischer Kunstverein 2004

Labor k3000 in Zusammenarbeit mit dem Team von TRANSIT MIGRATION: Sabine Hess (Berlin), Brigitta Kuster (Berlin), Susanna Perin (Brugg/Rom), Peter Spillmann (Zürich), Vassilis Tsianos (Berlin), Marion von Osten (Berlin/Zürich)

Der Forschungsraum vermittelt einen Einblick in die Arbeit der Forschungsgruppe von TRANSIT MIGRATION. Im Zentrum der Vermittlung steht eher das Interesse, an einer bestimmten Fragestellung und Sichtweise und der sich daraus ergebende Prozess der Informations- und Spurensuche im Feld und der Beschreibung von vorgefundenen Verhältnissen und weniger definitive Ergebnisse, welche eine solche Forschung ja naturgemäss nicht liefern kann. Das passende Bild für den Forschungsraum ist das Bild vom Forschungslabor. Informationen und Materialien werden im Sinne einer Versuchsanordnung präsentiert. Im Zentrum steht ein Materialarchiv, kontextualisiert durch einige Informationen, Materialien und Darstellungen rund herum. Das Labor befindet sich aber zugleich im Zustand der Auflösung, der Disposition, vor oder nach dem Umzug, in einem postfunktionalen Zustand eines Depots, welches immer noch zugänglich und benutzbar ist.
Eine räumliche Installation mit wenigen visuellen Akzenten und Informationen und einer spezifischen Stimmung, vermittelt Thema und Fokus sowie die Methode der Forschung. Das angebotene Material ermöglicht eine individuelle vertiefende Auseinandersetzung mit dem Forschungsprozess und den darin untersuchten Orten, Feldern und Themen. Beim Zusammenfügen einzelner Fragmente und Hinweise aus dem Materialarchiv, werden die BesucherInnen selber zu ForscherInnen. Dabei spielen persönliche Interessen und Assoziationen eine Rolle und die zentralen Thesen und Erkenntnisse der Forschung treten in den Hintergrund. Für Interessierte, die sich Zeit für eine längere Auseinandersetzung nehmen und sich in einzelne Texte einlesen oder Interviews einhören, bietet der Forschungsraum eine komplexe Verknüpfung von Informationen, Materialien und Bildern an, welche die Thesen der TRANSIT Forschung nicht nur vermitteln sondern nachvollziehbar machen.

Die zentralen Fragestellungen und Thesen, welcher der gesamten TRANSIT Forschung zugrunde liegen, werden als eine Art Einführung in knapper, prägnanter Form, zentral und gut sichtbar im Raum kommuniziert. Die ganz unterschiedlichen Forschungsansätze aller am Projekt TRANSIT MIGRATION beteiligten ProduzentInnen werden auf unterschiedlichen Tischen dargestellt. Eine grosse Übersichtskarte zeigt den Raum, welcher von der Forschung von TRANSIT berührt wurde. Eingetragen sind alle Orte und Ereignisse, die besucht oder beschreiben wurden, kombiniert mit und überlagert von einer methodischen Übersicht, einer Darstellung des Netzwerkes beteiligter Personen und Gruppen und dem Zeitplan. Die Karte dient als eine möglichst anschauliche Form von Index und verweist gleichzeitig auf die Unmöglichkeit der geografisch räumlichen Erfassbarkeit der untersuchten Prozesse. Alle für TRANSIT MIGRATION relevanten und im Rahmen des Projektes entstandenen Texte sind in einem Reader zusammengestellt und stehen zum Studium vor Ort zur Verfügung. Zentrale Publikationen, die den theoretischen Kontext des Projektes TRANSIT MIGRATION bilden, sind im Raum original greifbar. Das Materialarchiv umfasst in einer nach Schalgworten geordneten Struktur, alle gesammelten, erfassten, aufgenommen und dokumentierten Materialien. Das Archiv deklariert auch Lücken indem Schlagworte vorkommen können, zu denen gar kein Material vorhanden ist während zu einzelnen Begriffen sehr viel Material vorliegt. Die Gesamtheit der Schlagworte bildet ein Cluster von Begriffen, der eine inhaltiche Differenzierung der Eingangs formulierten Thesen darstellt. Eine Reihe ausgesuchter Videos stehen in der Videolounge zur freien Visionierung zur Verfügung. Über einen fest installierten Monitor läuft ein entsprechender Trailer mit kurzen inhaltlichen Statements und Features aus den verschiedenen Videoproduktionen.

www.transitmigration.org


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